Heilig Abend

Übermorgen ist Heilig Abend.

Als Kind hab ich darauf wochenlang gewartet. Heilig Abend kommt nämlich das Christkind und wird alles ganz festlich!

Tagsüber ist der 24. Dezember wie ein Samstag: alle räumen auf. Meine Eltern stellen die Möbel im Wohnzimmer um. Gegen Mittag fährt Papa in den Wald. Er hat davor mit dem Förster vereinbart, an welcher Stelle er einen Nadelbaum fällen darf.

Nachmittags wird immer mehr dekoriert: im Treppenhaus stehen Lichter auf der Treppe, das ganze Wohnzimmer ist voller Engel und Sterne. Wir holen den Baum ins Wohnzimmer. Zuerst die Lichterkette; dann wird von oben nach unten geschmückt. Unterm Baum richten wir die Krippe (~kerststal) ein: Ochs und Esel, Maria und Josef, Schafe und Hirten, das Jesuskind in die Krippe. Unsere Figuren sind aus Ton (~klei). Hinten im Holzstall gibt es eine kleine Lampe mit rotem Transparentpapier, ein Feuer. Kleine Geschwister und Cousins werden in den Weihnachtstagen immer wieder das Jesuskind aus der Krippe nehmen, es wiegen — oder verstecken — das Baby zurück in die Futterkrippe legen, Christus mit dem kleinen Stück Stoff zudecken.

Sobald es dunkel wird, gehen wir in die Kirche. Vor dem Abendessen veranstaltet die Gemeinde einen Kindergottesdienst mit Krippenspiel. (Zur eigentlichen Christmette vor Mitternacht gehe ich erst, seit ich ‘erwachsen’ bin.) In der Kirche ist es dunkel bis auf ein paar Kerzen. Erst nach dem ersten Lied wird das elektrische Licht angemacht. Wir singen und hören Geschichten.

Als wir nach Hause kommen, müssen wir im Flur warten und lauschen. Eine Klingel ertönt, ein kleines hohes Glöckchen. Wir dürfen ins festliche Wohnzimmer. Im Kerzenschein stellen wir fest: Das Christkind ist hier gewesen! Es liegen Geschenke unterm Baum.

Zusammen mit den Großeltern singen wir ein paar Weihnachtslieder unterm Tannenbaum. Die Großen trinken Champagner. Nach ein paar Fotos und noch mehr Weihnachtsliedern dürfen wir endlich auspacken. Später setzen wir uns an den festlich gedeckten Tisch und essen eine einfache und doch so besondere Mahlzeit: Kartoffelsalat und Heißwürstchen. Ein Gericht, das man meist im Stehen und von einem Pappteller zu sich nimmt. Heute ist es ganz besonders. Am Wohnzimmertisch und mit Silberbesteck. Das Christkind liegt gut zugedeckt in der Krippe.

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